Klimakiller Nummer 1 – das Militär
Wolfgang Effenberger
Die Diskussion um den Klimawandel ist lückenhaft: Die Schäden, die durch das Militär in Form von vor allem unkonventionellen Waffensystemen angerichtet werden, fallen bisher aus allen Betrachtungen heraus. Es wird daher Zeit für eine Bestandsaufnahme.
Am 7. Dezember – genau am 68. Jahrestag von Pearl Harbor – versammelten sich in Kopenhagen mehr als 15.000 Menschen zur Weltklimakonferenz. (1) 192 Nationen schickten Beobachter und über 900 Nicht-Regierungs-Organisationen ihre Vertreter. Darunter aber auch Lobbyisten einflussreicher Wirtschaftsnetze: The Business Roundtable, The Rockefeller Foundation, The US Chamber of Commerce, The International Chamber of Commerce u.a.m. Im Zentrum des Marathon-Gipfels steht der Kampf gegen den vermeintlichen Klimakiller Kohlendioxid (CO2). Mit einem Paukenschlag verkündete die amerikanische Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) am ersten Tag des Kopenhagener Gipfels: »Kohlendioxid ist gesundheitsgefährdend« – aber ohne diesen Stoff gäbe es weder Pflanzen, Tiere noch Menschen. Eilfertig verpflichteten sich die Staaten der EU, ihre CO2-Emissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 20 Prozent unter das Niveau von 1990 zu drücken. (2) Wer die CO2-Bilanz zum Maß aller Dinge macht, kommt an keinem Lebensbereich vorbei. Mit der rhetorischen Frage »Brauchen wir ein weltweites CO2-Regime?« (3) stimmte Bild am Sonntag die Leser auf das kommende Szenario ein. In Zukunft müssen CO2-Zertifikate nicht nur weltweit gehandelt, sondern vor allem international überwacht werden. Die leichte Berechen- und Überwachbarkeit von CO2-Emissionen dürften zum Dogma des Klimaschutzes beigetragen haben: Das vom Menschen verursachte Kohlendioxid (anthropogene CO2) erwärme die Erde und bewirke einen gefährlichen Klimawandel. Dabei wurden auf der Klimakonferenz von Rio de Janeiro neben dem CO2 weitere wichtigste, vom Menschen verursachte Treibhausgase genannt: Methan und die Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW). (4) Für Jan Veizer, Palaegeologe und Professor der University of Ottawa, ist heute sogar der Wasserdampf als »Treibhausgas« für den stärksten Anteil in der Atmosphäre verantwortlich. (5)
Eine weitere – bisher gerne verschwiegene – Ursache prangert der EU-Bericht vom Januar 1999 an. (6)
Unter dem Hinweis auf die Konferenzen der Vereinten Nationen in Kyoto (1997) und in Rio de Janeiro (1992) werden militärische Aktivitäten für eine weitreichende Umweltzerstörung verantwortlich gemacht. Kriege sind dann die bei Weitem schwerwiegendste Bedrohung für Umwelt und Atmosphäre. Als aktuelles Beispiel werden die zerstörerischen Folgen des Golfkriegs mit Hunderten von brennenden Ölquellen und Unmengen an giftigen Stoffen genannt. Das galt dann besonders auch für den folgenden Kosovo-Krieg. Hier wurden der Einsatz von zehn Tonnen Uranmunition und brennende Raffinerien zum Desaster.
Emissionen verschiedener klimabeeinträchtigender Gase, insbesondere Kohlendioxid, aber auch die Verbrennung fossiler Brennstoffe und die Freisetzung von FCKW mit der damit verbundenen Zerstörung der Ozonschicht, sind nach dem EU-Bericht auf das Militär zurückzuführen. (7) Besonders umweltschädigend sind in großen Höhen fliegende Flugzeuge und Raketen, sowohl in Form von Lärm- als auch von Treibstoffemissionen. (8)
Manche Schäden wären möglicherweise irreparabel, so der Bericht. Trotzdem würde das Militär immer stärkere Waffen entwickeln, die weitreichende und zerstörerische Auswirkungen auf die Umwelt haben. Unmissverständlich wird festgestellt: Ein moderner Krieg bedeutet eine größere Umweltzerstörung als jede andere umweltschädigende Tätigkeit. Im Folgenden wird das Militär aufgefordert, alle notwendigen Schritte zur Sanierung und Dekontaminierung der verseuchten Gebiete zu unternehmen und alle Aktivitäten einzustellen, die zu Umwelt- und Gesundheitsschäden beitragen.
Im Bericht wird das klimabeeinträchtigende Waffensystem HAARP (High Frequency Active Auroral Research Project) wegen der rechtlichen, ökologischen, klimatischen und ethischen Auswirkungen als äußert bedenklich eingestuft.
Zur Anhörung über HAARP hatte das EU-Parlament am 5. Februar 1998 Vertreter der NATO und der USA geladen. Der Ausschuss bedauerte es, dass die USA sich wiederholt weigerten, einen Vertreter zu entsenden. So erhielt die EU zum vorgelegten Material von den USA auch keine Stellungnahme. (9)
Das Militär-Programm für hoch frequente Strahlenforschung wird gemeinsam von der Luftwaffe der USA und dem Geophysikalischen Institut der Universität Alaska, Fairbanks, durchgeführt. (10) Mit einem Netz von Antennen werden Teile der Ionosphäre (11) mit starken Radiowellen erwärmt. Durch HAARP kann ein fest umrissenes Gebiet millionenfach stärker mit Energie aufgeladen werden, als mit irgendeiner anderen herkömmlichen Energiequelle. Diese Energie lässt sich auch auf bewegliche Ziele ausrichten, u.a. auf feindliche Raketen.
Weiter wird eine bessere Kommunikation mit U-Booten und die Manipulation der globalen Wetterverhältnisse ermöglicht. Durch Eingriffe in die Ionosphäre kann man die globale Kommunikation stören, gleichzeitig bleiben die Kommunikationsverbindungen des Anwenders erhalten. Eine weitere Nutzungsmöglichkeit des Systems ist eine Röntgenaufnahme der Erde bis in eine Tiefe von mehreren Kilometern (erddurchdringende Tomographie), um Öl- und Gasfelder aufzuspüren, aber auch unterirdisch stationierte Militäranlagen. Auch kann nun das Radar über den Horizont blicken und Objekte jenseits des Horizonts erfassen.
Seit den 1950er-Jahren führen die USA Atomexplosionen im Van-Allen-Gürtel durch (12), um zu erforschen, welche Auswirkungen der entstehende elektromagnetische Impuls in so großer Höhe auf Funkverbindungen und die Wirkungsweise von Radaranlagen hat.
Diese Explosionen erzeugten neue Magnetstrahlengürtel, die fast um die gesamte Erde liefen. Die Elektronen bewegten sich auf magnetischen Feldlinien und erzeugten ein künstliches Nordlicht über dem Nordpol. Durch diese militärischen Versuche entsteht die Gefahr, dass der Van-Allen-Gürtel für lange Zeit schwerwiegend gestört wird. Das Magnetfeld der Erde kann sich über großen Gebieten ausweiten und Funkverbindungen unmöglich machen. Es könnte Hunderte von Jahren dauern, bis der Van-Allen-Gürtel wieder zu seinem normalen Zustand zurückfindet. HAARP kann Veränderungen der klimatischen Bedingungen bewirken und das gesamte Ökosystem beeinträchtigen, insbesondere in der empfindlichen Antarktis.
Eine weitere schwerwiegende Folge von HAARP sind die Löcher in der Ionosphäre, die durch die nach oben gerichteten starken Wellen entstehen.
»HAARP ist der Öffentlichkeit fast nicht bekannt«, so der EU-Bericht, um dann zu fordern, »dass die Bevölkerung davon Kenntnis erhält« (13). Nach zehn Jahren sind die Kenntnisse in der Bevölkerung nicht einmal marginal. Die wenigen Informierten werden als »esoterische Spinner« oder »Verschwörungstheoretiker« abgetan.
HAARP steht in Verbindung mit 50 Jahren intensiver Weltraumforschung für eindeutig militärische Zwecke, beispielsweise als Teil des »Kriegs der Sterne«, um die obere Atmosphäre und die Kommunikation zu kontrollieren. Der EU-Bericht sieht die Forschungsarbeiten als schwerwiegend umweltschädigend an, wobei die Auswirkungen auf das Leben der Menschen unübersehbar scheinen. Auch wird die Geheimhaltung in der militärischen Forschung angeprangert und das Recht auf Öffentlichkeit und demokratische Kontrolle militärischer Forschungsprojekte gefordert.
Eine Reihe internationaler Übereinkommen (14) lassen HAARP äußerst zweifelhaft erscheinen. Der Antarktis-Vertrag schreibt vor, dass die Antarktis nur für friedliche Ziele genutzt werden darf. (15) Dies würde bedeuten, dass HAARP eine Verletzung des Völkerrechts darstellt. Abschießend fordert der EU-Bericht weitere internationale Vereinbarungen, um die Umwelt im Krieg vor unnötiger Zerstörung zu schützen. Neben HAARP dürfte es noch weitere wetterbeeinflussende Forschungen geben, wie eine Studie der US Air Force für das Jahr 2025 vermuten lässt. Durch Beeinflussung des Wetters für militärische Zwecke sollen die Vereinigten Staaten auch zukünftig in der Luft und im All dominieren können. (16)
Umweltverändernde Techniken beziehen sich auf die absichtliche Manipulation von natürlichen Prozessen auf der Erde und im Weltraum und sind eigentlich von der UN seit 1977 verboten. (17)
Trotzdem ist der »Umweltkrieg« als die absichtliche Manipulation der natürlichen Ökologie, wie Klima und Wetter, der Erdsysteme wie Ionossphäre, Magnetosphäre und der tektonischen Gegebenheiten im Kalkül der Militärs. Sogar das Auslösen von seismischen Ereignissen (Erdbeben), befindet sich im Repertoire der strategischen Kriegsplaner. Da hier die Grenze zur Science Fiction fließend erscheint, lässt es sich leicht als wilde Komplott-Theorie abtun.
Inzwischen geben die USA zu, dass sie während des Vietnam-Krieges über fünf Jahre zwölf Millionen englische Pfund für das »Wolkensäen« im Rahmen des Projektes Popeye ausgegeben haben. Mit den schweren Niederschlägen sollten die Ernten des Gegners vernichtet und der Ho-Chi-Minh-Pfad zerstört werden. (18)
Für den kanadischen Friedensstreiter und Herausgeber von
www.globalresearch.ca, Michel Chossudovsky, sind die klimatischen oder Umweltmanipulationen Teil einer militärischen Tagesordnung. Obwohl durch offizielle Regierungsdokumente und das US-Militär belegt, wird für ihn diese Umweltmanipulation unverständlicherweise aus der Klimadebatte herausgehalten. Militärische Analysten beschränken sich ebenso wie die Meteorologen ausschließlich auf ihren eigenen Untersuchungsgegenstand. Und die Umweltschützer starren gebannt auf die Erderwärmung, das Kyoto-Protokoll und die Berichte der Herren des Weltklimas. (19) Gemeint ist damit das Intergovermental Paneel on Climate Change (IPCC) – zu Deutsch der zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaveränderungen mit Sitz in Genf. (20) Diesem internationalen Gremium gehören 2.000 Wissenschaftler aus aller Welt an. Ohne sich mit der militärischen Komponente des Klimakrieges zu beschäftigen, werden mantrahaft die Folgen beschrieben, wenn die Kohlendioxid-Emissionen auf dem heutigen Niveau verbleiben: die Temperatur auf der Erde würde um 1,5 bis 4,5 Grad zunehmen und der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um 50 Zentimeter steigen. Unabhängig von der Klimahysterie erscheint in der westlichen Überflussgesellschaft eine ethische Reflexion über den unersättlichen Verbrauch von Ressourcen angebracht. Die Verantwortung für unseren Blauen Planeten und das Wohl aller ist nicht teilbar!
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