 | Admin schrieb am 11.04.2010: Die »versteckte« Währungsreform
Michael Grandt
Beinahe unbemerkt von der Weltöffentlichkeit spielte sich vor fast 40 Jahren eine GLOBALE Währungsreform ab, die bis heute Auswirkungen zeigt.
Mitten im Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1944, fand im Hotel Mount Washington in dem Ort Bretton Woods (New Hampshire/USA) eine Währungs- und Finanzkonferenz der UNO mit 730 Vertretern aus 44 Staaten statt.
Das auf der Konferenz unterzeichnete Abkommen diente der Neuordnung der Weltwirtschaft und bildete die Grundlage für eine neue Weltwährungsordnung mit festen Wechselkursen. Mit dem Abkommen wurde das internationale Währungssystem von Bretton Woods geschaffen. Aufgrund des verlorenen Krieges trat die Bundesrepublik Deutschland erst im Jahre 1949 bei.
Die Amerikaner machten alle Währungen von sich abhängig Der US-Dollar als Leitwährung stand im Mittelpunkt. Dessen Wert war gegenüber dem Gold auf 35 US-Dollar je Unze Feingold (1 Unze = 31,104 Gramm) festgelegt. Seitens der US-Zentralbank bestand die Verpflichtung, Dollar in Gold einzulösen. Die Wechselkurse aller anderen Währungen wurden gegenüber dem US-Dollar fixiert und die Zentralbanken der teilnehmenden Länder verpflichtet, durch ihre Geldpolitik (insbesondere durch Käufe und Verkäufe einheimischer Währung gegen US-Dollar) diese Wechselkurse innerhalb einer Bandbreite von einem Prozent zu stabilisieren.
Die Bretton-Woods-Organisationen bzw. -Institutionen waren die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF). Teil des Systems war der sogenannte »White-Plan«, der den US-Dollar als Leitwährung zementierte. Dadurch waren die USA völlig autonom in Bezug auf ihre Währungs- und Geldpolitik. Die Amerikaner hatten es somit geschafft, alle Währungen von sich abhängig zu machen.
Der US-Dollar nahm in diesem System eine Sonderstellung ein, in der sich die Stärke der USA widerspiegelte, und erhielt als Reserve für die Währungsschöpfung den gleichen Status wie Gold.
Die Geburt des »Fiat Money« Charles de Gaulle, der französische Staatspräsident, war der Erste, der sich gegen diesen »Dollar-Imperialismus« auflehnte: 1969 wollte Frankreich seine Dollarreserven in Gold einlösen. Doch die Goldreserven der USA reichten nicht einmal aus, um die Forderungen dieses einen Landes zu erfüllen. So verkündete Präsident Nixon am 15. August 1971, dass die USA den Zentralbanken fortan nicht länger automatisch Gold gegen Dollars verkaufen würden und durchtrennte damit die letzte verbliebene Verbindung zwischen Dollar und Gold. Das hieß nichts anderes, als dass Banken und Privatleute, die Dollars besaßen, durch die einseitige Ankündigung des Präsidenten quasi über Nacht ihres vertraglich besiegelten Anrechts auf Gold beraubt worden waren und die Amerikaner gleichzeitig die Schleusen für die Währungsinflation öffneten. Fortan konnte Geld auch ohne Goldreserven geschaffen werden – das war der Beginn des »Fiat Money«, das die Welt bis heute fest im Griff hat.
Nixon erpresste die Welt Nixon verkündete zudem eine zehnprozentige Besteuerung sämtlicher Importe in die USA, die so lange in Kraft bleiben sollte, bis sich die Länder dazu bereit erklärten, ihre Währungen gegenüber dem Dollar aufzuwerten.
Die Erpressung wirkte: Im Dezember 1971 kam es in Washington schließlich zu einer internationalen »Einigung« über die Neufestlegung der Wechselkurse, dem »Smithsonian-Agreement«: Der Dollar wurde um durchschnittlich acht Prozent abgewertet und die zehnprozentige Importsteuer, welche die USA zur Erzwingung dieser Maßnahme verhängt hatte, wieder aufgehoben.
Doch Nixons erpresserisches »Währungsabkommen« hatte nicht einmal 15 Monate Bestand, denn wieder zwangen Spekulanten die mächtigen Amerikaner in die Knie: Anfang Februar 1973 setzte eine riesige Spekulationswelle gegen den Dollar ein. Daraufhin wurde sogar der Devisenmarkt geschlossen, damit die USA und ihre wichtigsten Handelspartner über Stützungsmaßnahmen für den Dollar verhandeln konnten. So wurde am 12. Februar 1973 eine weitere Abwertung des Dollars um zehn Prozent bekannt gegeben.
Kaum hatten die Regierungen der Wiedereröffnung des Devisenmarktes zugestimmt, setzte die Spekulation gegen den Dollar wieder ein. Die europäischen Zentralbanken kauften 3,6 Milliarden Dollar auf, um eine Aufwertung ihrer Währungen zu verhindern.
Am 1. März 1973 wurde der Devisenmarkt abermals geschlossen. Als er am 19. März wieder geöffnet wurde, gaben die Industrieländer die Wechselkurse ihrer Währungen aufgrund der unkontrollierbaren spekulativen Kapitalbewegungen gegenüber der US-Währung frei. Das bedeutete das Ende der festen Wechselkurse, das Ende des »Diktats des Dollars« und des Bretton-Woods-Systems.
Die Entkoppelung aller Währungen vom Gold war de facto eine »versteckte« Währungsreform aller damals an den US-Dollar gebundenen Währungen.
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