 | Admin schrieb am 26.02.2010: Nun doch: Deutsche Steuerzahler sollen Griechenland helfen
Michael Grandt
Deutsche Banken haben viel in den hoch verschuldeten EU-Staaten investiert. Die Angst, dass diese Länder von einem Staatsbankrott Griechenlands ebenfalls in den Abgrund gerissen werden, ist so groß, dass der deutsche Steuerzahler nun zur Kasse gebeten werden soll.
Monatelang wurde dementiert, dass der deutsche Steuerzahler jemals für den Betrug der Griechen und deren jahrelanges Leben in Saus und Braus aufkommen soll. Doch nun ist es soweit, denn die Bundesregierung hat Sorge vor einem Zusammenbruch der heimischen Banken.
Schäuble rudert zurück Mit Hochdruck arbeiten die Euro-Länder an einem Notfallplan für den Fall der Zahlungsunfähigkeit (sprich Staatsbankrott) Griechenlands. Jetzt ist man dazu bereit, dem maroden Staat unter die Arme zu greifen. Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der sich bisher immer weigerte, den deutschen Steuerzahler für den Betrug der Griechen bezahlen zu lassen, handelt nun nach dem Motto: »Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?« Plötzlich ist auch er für »bilaterale Hilfen« für die Hellenen. Das ist die Umschreibung dafür, dass Milliarden deutscher Steuergelder nach Athen fließen sollen.
BaFin warnt vor katastrophalen Folgen Was aber hat diesen schnellen Stimmungswechsel erzeugt? Die Antwort ist so einfach wie erschreckend: Die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin warnte das Finanzministerium in einem internen Vermerk vor den Auswirkungen eines Staatsbankrotts Griechenlands für deutsche Banken. Dieser könnte auch auf andere schwache EU-Staaten wie Portugal, Italien, Irland oder Spanien (PIIGS-Staaten) übergreifen und verheerende Auswirkungen haben. Von »katastrophalen Folgen« ist in dem Papier der BaFin die Rede und: »Das Hauptrisiko für den deutschen Finanzsektor besteht in den kollektiven Schwierigkeiten der PIIGS-Staaten. Griechenland könnte hierfür möglicherweise der Auslöser sein.«
Insgesamt halten deutsche Banken von diesen angeschlagenen Staaten rund 522 Milliarden Euro an Wertpapieren. Das sind gut 20 Prozent der gesamten Auslandsforderungen deutscher Kreditinstitute und ein Fünftel des deutschen Bruttoinlandsprodukts.
Im Einzelnen haben deutsche Banken gegenüber den einzelnen Ländern folgende Forderungen (in Milliarden Euro):
– Portugal: 29,0
– Griechenland: 31,8
– Italien: 122,0
– Spanien: 165,3
– Irland: 174,4
Müssten deutsche Banken 30, 50 oder gar 70 Prozent dieser Forderungen abschreiben, hätte dies erschreckende Auswirkungen. Ausgerechnet die HRE würde dies sehr schwer treffen, die 9,1 Milliarden Euro Forderungen gegen Griechenland hält. Dann folgen die Commerzbank mit 4,6 Milliarden, die LBBW mit 2,7 Milliarden und die BayernLB mit 1,5 Milliarden Euro. »Insgesamt sind deutsche Kreditinstitute mit rund 32 Milliarden Euro in griechischen Papieren engagiert, hinzu kommen zehn Milliarden Euro bei Versicherungen« schreibt Der Spiegel.
Der deutsche Steuerzahler solls richten Das Risiko, dass deutsche Banken zusammenbrechen könnten, ist so groß, dass nun doch der Steuerzahler eingreifen soll: Von den rund 20 bis 25 Milliarden Euro Finanzhilfe aller EU-Staaten soll Deutschland allein vier bis fünf Milliarden Euro leisten. Die Hilfe soll teils aus Garantien und teils aus Krediten bestehen.
Ich fasse zusammen: Griechenland hat sich die Aufnahme in die Eurozone durch Betrug ermöglicht, hat jahrelang falsche Zahlen an die EU gemeldet, hat dadurch Milliarden an EU-Hilfen erhalten, hat ins Saus und Braus gelebt, ist nun bankrott und der deutsche Steuerzahler soll dafür die Hauptlast tragen. Schöne neue Welt.
Der Staatsbankrott kommt!
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