Sexuelle Gewalt an Kindern: Politisch akzeptierte Wirklichkeit? (I)
Eva Herman
Missbrauch-Skandale erschüttern Deutschland! Doch während immer neue Fälle aus der zurückliegenden Zeit bekannt werden, tun die selbsternannten Gesellschaftsrichter der Neuzeit, Deutschlands »investigative« Journalisten, herzlich wenig dafür, um wahre Aufklärung voranzutreiben. Warum nur? In kirchlichen sowie in weltlichen Einrichtungen unterschiedlichster Art wurden zwar unzählige Kinder über Jahrzehnte, Jahrhunderte, regelmäßig missbraucht, zutiefst gedemütigt. Sie wurden für den Rest ihres Lebens mit gefühlter und erlebter Scham und Schande und allen dazugehörenden, tiefgreifenden psychischen wie physischen Folgen belegt. Seit Wochen heißt es nach jüngster Offenlegung hunderter Fälle deswegen, es sollten nun Konsequenzen gezogen werden, in Kirchenkreisen wie in den betroffenen Erziehungseinrichtungen, ebenso stünden Entschuldigungen an. Deutschland arbeitet zwar derzeit öffentlich und kollektiv seine lange zurückliegende Missbrauchs-Vergangenheit auf. Aber wie? Und was geschieht in Wahrheit? Nicht viel! Vor allem jedoch vermisst man jegliche staatliche, vor allem auch journalistische Neugierde, was denn eigentlich die gegenwärtigen Verhältnisse zum Thema des sexuellen Missbrauchs angeht. Gibt es in der heutigen Zeit etwa keine mehr?
Wer sagt denn, dass derzeit nicht immer noch mindestens genau so viele Kinder von ihren Erziehern und Lehrern missbraucht werden, wie in den zurückliegenden Jahren? Warum gibt es darüber heute kaum Berichte, wieso forschen Journalisten hier nicht endlich auch nach? Oder ist etwa ein unerwarteter Geist über das Land gekommen, der jegliche fehlgeleitete Triebe und Gelüste der ständig wachsenden Pädophilen-Fraktion plötzlich hinfort wehte und das Land in ein blühendes Licht der Keuschheit und Reinheit tauchte? Wohl kaum!
Dass die Gefahr des Missbrauchs neben dem familiären Umfeld ebenso heute wie gestern gerade in schulischen und anderen Erziehungs- und Lehranstalten besonders häufig vorhanden ist, ergibt sich aus dem gängigen Profil der Täter. So heißt es bei
www.missbrauch-opfer.info dazu:
»Doch egal auf welchen Fall von Missbrauch man stößt, eins haben sie alle gemeinsam: Sexueller Missbrauch wird immer von Personen ausgeübt, die dem Opfer körperlich, psychisch oder sozial überlegen sind. Der Missbrauch ist nie zufällig, sondern immer geplant. Zusammenfassend kann man sagen, dass sexueller Missbrauch eine erzwungene Handlung ist, gegen die sich das Kind nicht wehren kann, und die gegen alle seine Rechte verstößt!«
Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass an der Aufdeckung und vor allem an der Bekämpfung des derzeitigen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen an Schulen, kirchlichen Einrichtungen, Kindergärten usw. am Ende gar kein wirkliches Interesse bestehen mag.
Wie könnte eine sinnvolle Recherche aussehen, um diesem traumatisierenden Elend endlich ein Ende zu bereiten? Nun, da gäbe es unterschiedliche, sehr einfache Möglichkeiten. Doch bräuchte man dafür die Unterstützung der Bundesregierung bzw. der Länder und Kommunen. Würde die Politik mit derselben Geschwindigkeit, mit der sie vor wenigen Monaten großzügige Milliardenhilfen für bankrotte Banken und Großunternehmen bereitstellte, eine gnadenlose Untersuchungs-Strategie an Schulen, Internaten und anderen Lehreinrichtungen beschließen, würden recht schnell konkrete Ergebnisse zu den derzeitigen Missbrauchsfällen auf dem Tisch liegen. Es werden vermutlich nicht weniger sein, als es früher der Fall war. Beispielsweise könnte man sich zu anonymen Schülerbefragungen durch geschulte Psychologen und Psychiater entschließen, die unter Ausschluss der jeweiligen Erzieher und des Lehrpersonals stattfinden müssten, damit die Kinder und Jugendlichen angstfrei über zurückliegendes Leid sprechen könnten.
Warum tun sie das eigentlich nicht jetzt schon, die jungen Leute? Warum reden sie nicht? Zumal das Thema des sexuellen Missbrauchs doch inzwischen in einen breiten, öffentlichen Fokus gerückt ist? Warum bringen moderne Schüler einer hoch entwickelten Zivilisation, die unter anderem einen ausgeprägten Sexualkunde-Unterricht an Schulen vorsieht, auch im Jahre 2010 immer noch nicht den Mut und die Kraft auf, über sexuelle Vergehen, die ihnen angetan wurden, angstfrei zu sprechen? Allein aus Scham? Das wäre zwar verständlich, weil tiefe Schuld- und Schamgefühle zum direkten Traumata-Bild der Betroffenen gehören. Doch wäre jetzt, heute, der Zeitpunkt so günstig wie noch nie. Denn derzeit spricht die ganze Welt über die sexuelle Gewalt an Kindern, und viele Menschen warten nur darauf, die aktuellen Täter zu sehen und anzuklagen. Auch war das Verständnis für die Opfer selten so hoch wie derzeit. Warum also hören wir nichts von den heutigen Opfern? Weil sie am Ende gar nicht gefragt werden? Und weil man nichts darüber hören will? Was nützt alle sexuelle Aufklärung, die seit Jahren mit Macht an deutschen und europäischen Erziehungseinrichtungen vorangetrieben wird, wenn sie den Kindern nicht in derartigen Bedrängnissen hilft?
Laut
www.missbrauch-opfer.info wird jedes vierte Mädchen und jeder zehnte Junge Opfer von sexuellem Missbrauch, die Dunkelziffer liegt noch um einiges höher.
Wer also hat ein Interesse daran, die heutigen Täter etwa zu schützen? Steckt dahinter vielleicht gar etwas ganz anderes? Eine stille Billigung? Weil zu viele darin verstrickt wären? In den Missbrauch an Kindern und Jugendlichen, an Kinderprostitution, bei der es neben der Befriedigung unnatürlicher sexueller Wünsche auch um viel Geld geht? Weil zu viele einflussreiche Politiker und Entscheidende die Pädophilie inzwischen als etwas völlig »Normales« betrachten? Und weil seit mehr als 20 Jahren die Grünen sich massiv für »das Recht auf Sexualität mit Minderjährigen« einsetzen?
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